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Grenzstreitfest
in Hargarten
Mit einem wahrhaft spektakulären
Fest erinnerte der Heimat- und Kulturverein
an den legendären Streit um die Festlegung
der Gemeindegrenzen zwischen Hargarten und Merchingen
vor 175 Jahren.
©n.becker
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Wahre Pilgerströme
setzten sich am Sonntag, 19. August 2007,
vor allem aus Merchingen und Hargarten
in den Merchinger Wald in Bewegung. Sie
wollten den vom Verein für Heimatkunde
Merchingen und dem Heimat- und Kulturverein
Hargarten angekündigten Grenzstreitfest
beiwohnen. Der Musikverein Merchingen,
die Singenden Bauern von dortselbst sowie
der Landfrauenchor Hargarten sorgten für
den guten Ton, das DRK Merchingen für
den Fall der Fälle. Das eigens von
der Mettlacher Abteibräu gebraute
"Grenzstreit-Bier" floss reichlich
durch durstige Kehlen. |
| Hauptprogrammpunkt
war die Aufführung des Spektakels um
die legendäre Festlegung des Grenzverlaufs
zwischen den beiden Orten, die bis 1912
zur Bürgermeisterei Haustadt gehörten
und durch den Merchinger Wald getrennt waren. |
©n.becker
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©n.becker |
Vor etwa 175 Jahren
- so die Überlieferung - schwelte
ein Streit zwischen den Dörfern um
die Grenze. Die Ortsbürgermeister
Nikolaus Otto und Jakob Breit tagten mit
ihren Räten gemeinsam, aber ergebnislos
in den Gastwirtschaften "Zum Blütental",
Merchingen, und "Wilbois", Hargarten,
wo auch Amtsbürgermeister Jean Dilschneider
zugegen war. Dieser machte schließlich
den Vorschlag, dass beide Ortsbürgermeister
am Sonntag, 1. April 1832, jeweils beim
ersten Hahnenschrei in der Frühe
losgehen sollten. Und dort, wo man sich
treffen würde, werde der Grenzverlauf
festgelegt. Die Merchinger heckten jedoch
eine List aus: Feldschütz Paul Ackermann
machte sich in Absrpache mit dem Merchinger
Bürgermeister am Vorabend auf den
Weg nach Hargarten. Im Gepäck führte
er Schnaps und Brot mit. Daraus bereitete
er einen Leckerbissen, den er dem Hahn
des Hargarter Ortsbürgermeisters
kredenzte. Während also der stolze
Hahn des Merchinger Ortsbürgermeisters
bei Morgengrauen pflichtbewußt krähte
- letzterer sich flugs auf den Weg machte,
rührte sich im Hühnerstall des
Hargarter Amtsbruders ... nichts! Der
Hahn krähte erst verspätet und
erbärmlich als die Hühner längst
gackerten. Nikolaus Otto sprang in Hose
und Stiefel und rannte, was das Zeug hielt
los - schließlich ging es um das
territoriale Schicksal Hargartens! Schon
im heutigen Merchinger Wald kam ihm allerdings
bereits sein Merchinger Amtskollege Jakob
Breit entgegen - also wurde dort die Banngrenze
festgelegt. |
©n.becker |
©n.becker |
Herbert
Dewes vom Heimat- und Kulturverein Hargarten
hat aus dieser Legende ein tolles Spektakel
gemacht.Als "königlich-preußischer
Katasterbeamter" protokollierte er
das damalige Geschehen und tat es den
Zuschauern kund. Als Ortsbürgermeister
fungierten die beiden Ortsvorsteher anno
2007 Robert Schomers (Hargarten) und Helmut
Hoff (Merchingen), die mit stolzen Hähnen
auf dem Arm aufeinander trafen. Bärtige
Zeugen des Geschehens waren wieder einmal
Heinz Lauer und Wolfgang Becker als Holzhauer.
PS: Die (Un-)Wahrheit
der Geschichte soll 30 Jahre nach diesem
denkwürdigen Tag ans Licht der nordsaarländischen
Welt gekommen sein, als ein Neffe des
Merchinger Feldschützes ein (wie
immer) hübsches Hargarter Mädchen
heiratete und diesem die List beichtete
(über die Konsequenzen schweigt die
Chronik)...Trotz allem: "Die Bevölkerung
beider Orte lebt seitdem friedlich nebeneinander
und kann auch, wie heute hier auf diesem
herrlichen Platz, bestens miteinander
feiern!", konstatierte der königlich-preußische
Herbert Dewes abschließend unter
großem Beifall. Und die beiden Vereinsvorsitzenden
Christina Annen und Helmut Lubitz wollen
sich den Vorschlag des Merziger Beigeordneten
Schrader durch den Kopf gehen lassen,
dieses Fest auch weiterhin zu feiern.
Auch der spätere Regen konnte die
Stimmung kaum trüben ... und wenn
sie nicht schlussendlich doch hätten
gehen müssen, würden einige
noch heute feiern........ |
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