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Wiederentdeckt
- Fastnachtsumzüge in Hargarten
Hargarten (nb&wn). Fastnachtssamstag:
Hargarten steht Kopp. Nach langer Abstinenz
bewegte sich 2009 wieder ein Fastnachtsumzug
durch das kleine Taldorf und eine Fastnachtstradition
wird zu neuem Leben erweckt . Vor
60 Jahren, also im Jahre 1949, veranstalteten
die Hargarter einen der ersten Fastnachtsumzüge
in der Umgebung. Doch bereits nach drei Umzügen
war damit Schluss und sie ruhten dann 57 Jahre.
Vielleicht war der Hargarter „Adel“
ausgestorben und es standen keine Prinzenpaare
mehr zur Verfügung. Nun aber haben die
Ahnenforscher des Heimat- und Kulturvereins
(HKV) wieder „blaues Blut“ in Hargarten
entdeckt.
Bauernprinz
Thomas I. (Mosbach) aus dem „Haargarten“
und Bauernprinzessin Niole I. (Wagner) aus „Pauersgarten“,
sind hoch erfreut, dass sie dem alten Hargarter
Adel entspringen. Sie nahmen im Umzug auf dem
Thron sitzend die Huldigungen des närrischen
Volkes entgegen.
Die Narrenkaravane formierte sich gegen 16.30
Uhr auf der Kreuzstraß` im Oberdorf. Doch
zunächst wurden auf dem Hargarter Paradeplatz
nicht nur die Traktoren und Zugmaschinen "vorgeglüht".
Bei Musik und diversen Getränken wurde
dem Beginn des Fastnachtsumzuges, an dem mehrere
Wagen und Fußgruppen teilnehmen, entgegen
gefiebert. Pünktlich
um 17 Uhr bewegte sich der Umzug in die Dämmerung
Richtung Unterdorf zur Weidentalhalle, der „Hargarter
Narrhalla“, wo die Wiederentdeckung des
„Hargarter Adels“ in ausgelassener
Faasendstimmung feucht-fröhlich gefeiert
wurde. Federführend für diese Fastnachtsveranstaltung
war die Hargarter Dorfjugend, die von Hargarter
Vereinen tatkräftige Unterstützung
erhielt. „Remmi Demmi“ lautete der
Schlachtruf. Im Februar 2008 hatte der HKV einen
Winterabend mit Hargarter Geschichten und Erzählungen
veranstaltet, Gesprächsthema an diesem
Abend waren auch die Fastnachtszeiten, insbesondere
die drei Fastnachtsumüge von 1949 bis 1951.
Die Gesprächsteilnehmer, unter ihnen noch
vier Hohheiten aus der damaligen Zeit, schwelgten
begeistet in in alten Fastnachtserinnerungen
und freuten sich auf ein Wiederaufleben des
Hargarter Fastnachtsumzuges. Ortsvorsteher Robert
Schomers ist ebenfalls davon begeistert und
meint: „Es freut mich, dass unsere Dorfjugend
den Fastnachtsumzug wiederaufleben lässt
und auch andere Hargarter Vereine diese dabei
tatkräftig unterstützen."
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Hargarter Fastnachtsumzug 2010
Nachdem
der wiederentdeckte Faschingsumzug 2009 noch
als kleinster Umzug in der Gemeinde Beckingen
angekündigt wurde, waren 2010 bereits 18
Fuß- und Wagengruppen dabei. Der Narrenzug,
am Straßenrand von vielen Besuchern aus
nah und fern begrüßt und bewundert,
bewegte sich am Fastnachtssamstag bei anbrechender
Dämmerung vom Oberdorf ins Unterdorf bis
zur Weidentalhalle. Die kleinen und großen
Straßenrandgäste kamen auch auf ihre
Kosten, da die Zugteilnehmer verschiedene Mitbringsel
großzügig unter das Volk verteilten.
Beispielsweise der Hargarter Berg- und Hüttenarbeiterverein
erinnerte im Zug an Kirmestage längst vergangener
Zeit, an denen der Kirmesmatz per Flugzeug in
Hargarten eingeflogen wurde und auf einer Wiese
„Auf Ellern“ landete. Jäh endete
dieses Abenteuer 1975, als das Flugzeug beim
Landen verunglückte. Glücklicherweise
blieb es damals nur bei Schäden an dem
Privatflugzeug.
- Der Heimat- und Kulturverein hat das Thema
im Sommer 2010 nochmals aufgegriffen und auf
dem ehemaligen „Flugfeld“ ein nostalgisches
Frühstück veranstaltet.
Die
Hargarter Dorfjugend- eine neue Sparte des Heimat-
und Kulturvereins- war beim Umzug auch mit einem
Festwagen dabei und dokumentierte die „Hargarter
Love-Parade“.
Höhepunkt des Gaudiwurms war der Prunkwagen
des Hargarter Bauernprinzenpaares Dirk I, Graf
von und zu Berensen (Dirk Braun) und ihre Lieblichkeit
Anja I aus der Residenz derer von Henrien (Anja
Mosbach) nebst Gefolge.
Die Mitwirkenden und die vielen Besucher des
Umzuges hatten anschließend noch ausgiebig
Gelegenheit, in der Weidentalhalle weiter zu
feiern.
Text und Bilder: H. Lubitz
3.
Faasendumzug in der "Neuzeit" 2011!
Auch
der diesjährige Fastnachtsumzug am Samstag,
dem 5. März 2011, wurde in Hargarten gebührend
gefeiert und umjubelt. Es war zwar ein kleiner,
dafür aber ein sehr geschmackvoller Gaudiwurm,
der von vielen Zuschauern bewundert sich gegen
Abend vom Oberdorf bis zur Weidentalhalle schlängelte.
Große und kleine Straßenrandgäste
konnten sich nicht nur satt sehen, sondern sich
auch an verschiedenen Mitbringsel der Zugteilnehmer
erfreuen (Schnäpse, Liköre, Bier,
Würstchen, Bonbons und andere Süßigkeiten),
die freigiebig ausgeteilt wurden.
An Fastnachtsprunkwagen seien beispielsweise
erwähnt: der Wagen der Berg & Hüttenarbeiterinteressensgemeinschaft
mit dem Motto und der Forderung „Bürgerhaus
für Hargarten“, Familie Helfen mit
„Apres Ski“, Familie Mertens mit
ihrer „mittelalterlichen Burg“,
die Jugendwehr als „Knackis“, die
Hargarter Dorfjugend mit dem „Hargarter
Dschungel“, die Rissenthaler Jugend mit
dem „Space shuttle“ und schließlich
der Prunkwagen der Hargarter Flachsen mit dem
Prinzenpaar Katja (Hellbrück) und Peter
(Schorn) und der Prinzengarde unter Gardegeneral
Thomas Mosbach.
Bei den Fußgruppen begeisterten die Frauengemeinschaft
Erbringen/Hargarten als mittelalterliche Marktfrauen,
die Landfrauen Erbringen/ Hargarten als Mama-Negerinnen,
Ernst Lorenz als Obelix und Jola und Wembi in
Anspielung auf die aktuelle Guttenberg-Affaire
als „Verwechslungsgefahr“. Der
Musikverein Wahlen/ Niederlosheim heizte mit
seinen Fastnachtsliedern allen Besuchern kräftig
ein und der Musikverein Erbringen-Hargarten
begrüßte den Zug vor dem Sonnenstudio
Hackenberger.
Nach dem Umzug drängelten die Besucher
in die Weidentalhalle, die aus allen Nähten
zu platzen schien; aber eine echte Fastnachtsstimmung
braucht neben Gaudi und Spaß auch eine
gewisse Enge...
(Text: H. Lubitz/ Bilder: N.Becker)

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